Hier nun mein erster Eintrag in besagtes Buch das jeder Patient bekommt sobald er sein erstes Gespräch mit seinem Bezugstherapeuten hatte...
22.10.08 -23.10.08
Wie geplant bin ich früh angekommen mitten in oberfranken gelegen ist Badneustadt umgeben von Wald. die Röhnklinik befindet sich über der Stadt auf einem Berg. Die gesamte Klinik ist von Wald umgeben und laut Aussagen der Prospekte grenzt sie direkt an ein Naturschutzgebiet. Die Klinik selbst besteht aus mehreren Kliniken die durch mehre kuppeln aus Glas miteinander verbunden sind und somit auch bei Regen einen trockenen Übergang von Klinik zu Klinik oder zum Café gewährleisten
Auch wenn einem tagsüber das Gefühl beschleicht es würde etwas alt und runter gekommen aussehen so sehr fasziniert ist man sobald es dunkel wird. In allen Kuppeln ist dezentes licht und über alle gibt es Sofaecken und sitz Gelegenheiten. Das ganze wird durch eine Unmenge an pflanzen fast zu einer tropischen Gartenanlage.
In einer der Kuppeln finden sich liegen halb versteckt und eine große Vogelkäfig so das man sich dank des tropischen Klimas vor kommt wie im Regenwald ^^ so schön und geräumig wie das Foyer und die Kuppeln sind so beengt und weniger einladend sind die Einzelzimmer. Die bauten scheinen noch aus DDR Zeiten zu stammen und nur etwas den Bedürfnissen angepasst worden zu sein.
Jeder bezieht ein Einzelzimmer mit Bad/WCs (Wanne) und einem Balkon den er sich aber mit dem Nachbar teilt. Auf diesen hat jeder einen kleine Wäschespinne sowie einen mehr oder minder schönen Ausblick auf die Umgebung. Das größte Manko sind aber die sehr hellhörigen Zimmer im ganzen Haus. Zwar sind die Ärztezimmer scheinbar noch einmal nachgebessert was den Schallschutz angeht jedoch die Patientenzimmer nicht so das man ohne Probleme die Telefonate des Nachbarn mithören kann oder wenn es ganz schlimm kommt von dessen schnarchen keinen Schlaf findet. Wer nun denkt ok dann wechsel ich das Zimmer der hat falsch gedacht das Haus ist permanent belegt und so mit besteht nicht die Möglichkeit zu wechseln. Maximal einen Satz Oropack gibt es um damit klar zu kommen. Deswegen geht so mancher patient bereits um 20:30 vorschlafen ^^ um wenigstens einige Stunden Schlaf Inder Nacht zu bekommen. Die Ausstattung der Zimmer ist ausreichend. Ein Bett mit Nachttisch und angrenzendem Schreibtisch sowie eine Sitzbank und ein spiegel. Für die Kleidung finden sich Einbauschränke sie auch genügend Platz bieten. Zwar wirkt alles etwas abgelebt aber was möchte man erwarten bei einem dauerbelegten Haus. Wer jedoch einen Hygiene tick hat sollte sich Putzzeug einpacken oder die Augen geschlossen halten im Zimmer. Die Tapeten sind etwas abgegriffen, die Bilder zumindest bei mir schief und die Gardine könnte auch wieder einmal nen Waschgang vertragen. Die Pinleiste für Notizen ist schön gedacht doch mit nur einer Pinnnadel nicht wirklich nutzbar. Jeden morgen kommt eine Putzfrau vorbei und saugt einmal durchnimmt den Müll mit und zweimal die Woche werden die Handtücher gewechselt. So nun genug am zimmer gemäkelt.
Die Hausordnung und die allgemeinen Regeln des beisammen seins werden streng beachtet und sofort angesprochen sollten dort nicht Einhaltungen auftreten. Mehr als einen hin weiß es nicht noch einmal zu tun wird man nichtbekommen. Bei schweren Verstößen darf man auf dem folgenden Tag nachhause fahren. Kurz vor meiner Ankunft gab es wohl in der 8 Etage eine kleine Party auf dem Zimmer einer Patientin mit 6 weiteren. Wie zu erwarten konnte es nur auffliegen und so durften am nächsten Tag alle beteiligten nachhause fahren. Auch wer sich dauerhaft der Behandlung verwehrt bzw. sie bewusst untergräbt wird mit der passenden Antwort rechnen müssen. Bei mir auf der Station musste jüngst ein Patient fast mit gewallt entfernt werden da er sich mehreren Damen unsittlich genähert hatte und das nicht nur verbal. Nachdem jener Patient dann auch noch lautstark eines Abends auf seinem Laptop einen Film schaute und somit alle unfreiwillig in der Kuppel zum Zuhörer macht wurde er aufgefordert die Klinik zu verlassen was er erst tat nach dem 4 bullige Pfleger Oberarzt allgemein Arzt und Therapeutin im Zimmer standen.
Einmal die Woche ist auf jeder Station die sogenannte Kekskiste. Das ist ein Treffen aller Patienten die Lust dazuhaben. Man Trift sich bringt Kekse und süßes mit und plaudert worüber man Lust hat. Das einzige was dabei stört sind die allseits beliebten und unbequemen Stühle und die grelle deckenleuchte des Gruppentherapiezimmers.
Die ersten Tage bekommt man einen generellen plan der bei nachzuhallen Ankömmlingen gleich ist. Pate kennenlernen und rumführen lässt in der Hoffnung das man sich alles merkt was er einem erzählt. Ärztliche Untersuchung und danach das psychologische interview gefolgt von diversen Einführungsiminaren um sein neues zuhause auf zeit besser kennenzulernen.
Doch bevor dies alles passiert wird man erst einmal an der Rezeption erfasst. Das bedeutet kurzes frage Antwort spiel. Verheiratet? Womit angereist? Wie alt wo geboren das ganze was einen Menschen als das ausweiß der man sein sollte. Gegen Ende wird man dann gebeten einmal einer Holzblume anzusehen und schon ist es passiert in denkbarungünstigem licht und in schwarzweiß kommt ein Passbild das mehr einem schlechten Fahdungsphoto ähnelt aus dem Drucker. samt einer ganzen Batterie an Aufklebern mit den wichtigsten Daten zu deiner Person. Geboren Name Ankunft abreise zimmer nummer Krankenkasse und der kostenträger (ganz wichtig ^^). Hat man das alles hinter sich gebracht wird man von der jeweiligen Schwester der Stadion abgeholt und zu seinem Zimmer gebracht. Freundlich wie sie ist erklärt sie einem bereits auf dem Weg dahin all das was einem der Pate dann noch einmal erklären wird. Keine bange sie erzählen alles sehr langsam und betont sie wissen ja nicht ob man etwas schwer von Begriff ist oder ebbend nicht. Kaum im zimmerangekommen werden einem ein packen zettel und ein Urinbecher in die Hand gedrückt mit dem vermerkt beides morgen in der früh zum wiegen und blutabnehmen mitzubringen.
Und zu guter letzt überreicht man einem den therapieplan. In diesem stehen alle Termine für die ersten Tage drin. wer wo und wann ist so leicht zu merken und besonders wichtige Termin sind farblich hervorgehoben für die etwas vergesslichen unter uns^^
Damit jeder in der Klinik weiß mit wem er spricht gibt es alles noch einmal auf einer schicken Karteikarte mit umschlag den man ab jetzt immer bei sich zu tragen hat. Dort sollten auch immer der therapieplan vorhanden sein damit man sich bei jedem Termin auch die Unterschrift geben lassen kann und somit zeigt ja ich war da! Wollen sie also ins Gespräch mit andern Patienten kommen sprechen sie ihn einfach auf sein hübsches Fahndungsphoto an und zeigen ihm dann ihr eben so hübsches Bildchen.
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